Gute Nacht und viel Glück

Niemand, der mit der jüngeren Geschichte unseres Kontinents vertraut ist, kann leugnen, dass Infektionschutzgesetze nützlich sind. Es ist notwendig, bei Gefahr im Verzug gewisse Freiheiten einzuschränken, aber die Grenze zwischen Notstand und politisch motivierter Willkür ist eine sehr feine, und die Regierung hat sie wiederholt überschritten. Ihre wichtigste Leistung besteht darin, die öffentliche Meinung derart zu verwirren, dass sie zwischen Ausübung der Bürgerrechte und Wehrkraftzersetzung nicht mehr unterscheiden kann.

Wir dürfen Dissens nicht mit Illoyalität verwechseln. Wir müssen uns immer daran erinnern, dass eine Anschuldigung kein Beweis ist und dass eine Verurteilung von Beweisen und einem ordentlichen Gerichtsverfahren abhängt.

Wir werden nicht in Angst voreinander leben. Wir werden uns nicht von der Angst in ein Zeitalter der Unvernunft treiben lassen, wenn wir tief in unserer Geschichte und unserer Weltanschauung graben und uns daran erinnern, dass wir nicht von ängstlichen Menschen abstammen – nicht von Menschen, die sich davor fürchteten, zu schreiben, zu sprechen, sich zu versammeln und Anliegen zu verteidigen, die im jeweiligen Augenblick unpopulär waren.

Für diejenigen, die sich den Freiheitseinschrännkungen widersetzen, ist jetzt nicht die Zeit, zu schweigen, ebensowenig für diejenigen, die sie gutheißen. Wir können unser Erbe und unsere Geschichte verleugnen, aber wir können vor der Verantwortung für das Ergebnis nicht fliegen. Es gibt keine Möglichkeit für den Bürger einer Republik, sich seiner Verantwortung zu entziehen.

Als Nation sehen wir nun ein weiteres Mal unserem Vermächtnis entgegen. Wir bezeichnen uns selbst als das, was wir auch sind: Verteidiger der Freiheit, wo auch immer in der Welt sie weiterhin besteht – aber wir können die Freiheit im Großen nicht verteidigen, wenn wir sie im Kleinen mit Füßen treten.

Das Vorgehen der Regierung hat bei freiheitsliebenden Menschen Beunruhigung und Bestürzung ausgelöst und den Feinden der Freiheit erheblichen Auftrieb gegeben. Und wessen Schuld ist das? Nicht wirklich die ihre. Sie hat diese Situation der Angst nicht herbeigeführt, sie hat sie nur ausgenutzt – und das mit Erfolg. Cassius hatte Recht. “Die Schuld daran, lieber Brutus, dass wir Untertanen sind, liegt nicht in unseren Sternen, sondern in uns selbst.”

Gute Nacht und viel Glück.

#Corona #Kritik #Philosophie

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© Gunnar Kaiser 2020 | Cologne | Germany